Die Prozesse werden nie optimal laufen, Optimierungen werden nicht umgesetzt und stoßen auf Wiederstand, dabei ist es oft egal ob die Änderung eine Verbesserung bringt oder nicht, denn wenn der Mitarbeiter demotiviert ist oder sogar einen Groll auf das Unternehmen hat wird er die Prozesse eher blockieren anstatt sie umzusetzen.

Vieles steht und fällt auch hier mit der Kommunikation, denn wenn diese nicht funktioniert passiert in der Regel nicht viel, ähnlich wie im Auto, wenn das Gaspedal nicht mit dem Motor kommuniziert bewegt es sich kein Meter. So auch in Unternehmen, wenn A etwas sagt, aber es bei B gar nicht ankommt oder B es einfach nicht umsetzt ist das Ganze tun von A relativ erfolglos, was wiederum bei A zu Frust führt da irgendwann der Sinn für sein Tun verloren geht, da es sowieso keine Erfolge erzielt und die Motivation geht verloren.

Der Herz-Faktor: Gründe für ein gutes Klima

Ein schlechtes Betriebsklima kann viele Ursachen haben. In den aller meisten Fällen hängt dies mit mangelnder Wertschätzung zusammen und nur in den wenigsten ist es das Gehalt. Das Gehalt kann aber durchaus auch dazu führen, dass sich ein Mitarbeiter nicht wertgeschätzt fühlt, wenn er mitbekommt, dass andere Mitarbeiter oder auch andere Menschen in anderen Firmen für den gleichen Job mehr Gehalt bekommen. Anfänglich ist der Mitarbeiter noch voll motiviert, bringt seine Ideen ein, ist kreativ, will Dinge verbessern und irgendwann lässt es immer mehr und mehr nach. Genauso verhält es sich, wenn die Ideen des Mitarbeiters nicht ernstgenommen und runtergespielt werden und er dann mit normaler Arbeit erschlagen wird. Hier fehlt dann auch wieder die Wertschätzung für das Tun und der Sinn geht verloren.

Wenn ich mir Mühe gebe, tue und mache aber es niemand schätzt, wieso tue ich es dann? Resultat daraus ist, dass ich es sehr wahrscheinlich nicht mehr tun werde. Oft werden fähige und motivierte Mitarbeiter über- und unterfordert zu gleich. Sie fragen sich wie? Ganz einfach, genau indem wir ihre Ideen und ihr Einbringen nicht würdigen und sie aber gleichzeitig mit geistig weniger anspruchsvollerer Arbeit erschlagen. Denn Stress ist nicht gleich Stress auch hier gibt es viele verschiedene Varianten, es ist ein riesen Unterschied ob sie psychischen Stress haben, beispielsweise weil sie immer darauf warten, dass von irgendeiner Seite wieder Gemecker kommt weil wieder etwas nicht recht ist, da es das nie ist oder ob sie Stress haben im Sinn von viel zu tun aber das was sie tun erfüllt sie.

Welcher Stress wäre Ihnen lieber? Sobald das Gehalt zum Schmerzensgeld wird läuft etwas ganz gewaltig schief, doch leider gibt es dies immer mehr und das Gehalt ist eher Schmerzensgeld als eine Wertschätzung für die Erbringung einer Leistung.

So kann beispielsweise ein Tag mit 10 Stunden erfüllender Arbeit entspannender und zufriedenstellender sein als ein Tag mit 6 Stunden Arbeit voller Stress, Gemecker und dem Gedanken, dass sie sowieso nichts recht machen können und ihnen der Sinn verloren geht.

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Sinn ist auch ein ganz wichtiges Thema, welchen Sinn sehen Sie und die Mitarbeiter in dem was Sie tun? Wissen sie für was sie etwas tun? Wieso Prozesse neugestaltet werden, wieso die Prozesse so sind wie sie sind? Wenn ich nicht weiß wieso ich es so machen soll und was dabei rauskommt, wie soll ich eine Sinnhaftigkeit und ein Verständnis dafür entwickeln? Dies mag mit einem Tunnelblick funktionieren, aber wirklich fähige und motivierte Menschen sind meist fern vom Tunnelblick und wollen das Ganze verstehen und hier kommt dann auch wieder die Kommunikation mit ins Spiel.

Ich spreche mit vielen Menschen und frage sie, warum sie arbeiten gehen und wieso in dieser Firma, dann kommt leider sehr häufig als Antwort, wegen dem Geld. Wenn der einzige Grund wieso ich in eine bestimmte Firma zum Arbeiten gehe nur das Geld und es mein einziger „Sinn“ ist, welche Bindung hat dieser Mensch dann wohl zu dieser Firma? Kommt dann eine andere Firma die ggf. etwas mehr bezahlt ist der Mitarbeiter weg und damit auch sein Know-how, da können Sie in die Verträge schreiben was sie wollen zwecks Geheimhaltung usw. aber sie können nicht das Wissen des Mitarbeiters auslöschen, sprich das Know-how wandert von Ihnen in eine andere Firma.

Prozesse sollten auch nicht nur optimiert werden was die Produktionsabläufe betrifft und mit Maschinen usw. zu tun hat, der Mensch ist nach wie vor ein großer Teil der Arbeit auch wenn viel automatisiert läuft, so erschafft der Mensch doch genau diese Maschinen mit seiner Kreativität. Prozesse können eben auch im Bereich Mensch optimiert werden und damit meine ich nicht nur Recruiting Prozesse und normale Arbeitsabläufe.

Wobei erleichterte und optimierte Arbeitsprozesse auch mit zu einem besseren Betriebsklima führen, wenn die Arbeit für den Menschen besser wird. Aber zu diesen Prozessen gehört mitunter auch die Kommunikation, sprechen Sie mit Ihren Kollegen, Mitarbeitern und Geschäftspartnern. Nehmen Sie Ideen auf und ernst, erörtern Sie diese mit dem Ideenbringer, vielleicht können Sie so wirklich Prozesse optimieren, Kosten senken und somit auch Gewinne optimieren oder sogar bahnbrechende neue Produkte auf den Markt bringen.

Aktive Wertschätzung ein Schlüssel für gutes Betriebsklima

Vor allem trägt diese Wertschätzung auch zur weiteren Motivation des Mitarbeiters bei und er wird sich weiterhin in das Unternehmen einbringen und auch eine Bindung dazu aufbauen. Sobald ein Mitarbeiter Ideen in das Unternehmen einbringt und vielleicht sogar neue Produkte und Technologien mit erschafft dann ist er nicht nur ein Teil des Unternehmens sondern das Unternehmen auch ein Teil von ihm und er wird mit Sicherheit nicht so schnell kündigen wie ein Mitarbeiter der sich nicht wertgeschätzt fühlt und keine Bindung zum Unternehmen hat.

Ein weiterer elementarer Punkt zum Thema optimale Prozesse, wenn es um den Menschen geht, sind Fluktuation, Krankheitstage und Demotivation. Gerade anhand der Fluktuation und den Krankheitstagen in einem Unternehmen lässt sich sehr gut ableiten wie die Stimmung dort und auch Abteilungsweise ist, so lässt sich leicht herausfinden wo die Brennpunkte sind. Denn wenn das Betriebsklima nicht optimal ist und die Mitarbeiter keine Motivation und Bindung mehr zum Unternehmen haben, sind es oft 2-4 Monatsgehälter pro Kopf und Jahr die weg sind an unproduktiver Zeit, welche Summe das in Ihrem Unternehmen ist können Sie ganz leicht selbst ausrechnen.

Denn ein Mitarbeiter der Demotiviert und dadurch wahrscheinlich auch psychisch belastet ist wird zum einen häufiger krank und lässt sich dann meist auch länger krankschreiben als ein Mitarbeiter der gerne zur Arbeit geht.

Anwesenheit heißt nicht gleich, dass diese Person produktiv ist, denn bei Demotivation und wenn die Person innerlich schon gekündigt hat, können Sie ziemlich sicher sein, dass die Person nicht mehr die volle Leistung bringt und einfach schaut wie sie die Zeit abgesessen bekommt und unter Umständen schädigt sie sogar noch den Ruf der Firma nach außen hin. Anwesenheitszeit ist nicht gleich Arbeitszeit, es gibt Versuche und Studien in verschiedenen Ländern wo die Arbeitszeit von 8 auf 6 Stunden reduziert wurde, bei gleichem Gehalt, und trotz Reduzierung der Stunden waren die Unternehmen mit 6 Stunden produktiver und erfolgreicher als zuvor mit 8 Stunden.

Denn Qualität ist wichtiger als Quantität, 1kg Gold ist auch wertvoller als 100 kg Sand. Es werden hier wie erwähnt teilweise Millionen von Euro in Prozessoptimierungen investiert um eine Effizienzsteigerung von 1-2 in der Produktion zu erzielen aber es wird ignoriert, wenn in manchen Abteilungen oder auch der ganzen Firma teilweise auf das Jahr eine Fluktuation der Mitarbeiter von 20%, 30% und teilweise noch mehr Prozent hat.

Die Fluktuation ist ebenso gravierend, denn zum einen bringt ein Mitarbeiter bevor er geht schon weniger Leistung, er nimmt Know-how mit, Arbeitskraft fällt weg und Aufträge bleiben liegen wodurch man teilweise Kunden vertrösten muss und diese dann unter Umständen verliert. Es führt zu einer Mehrbelastung der anderen Mitarbeiter in der Abteilung und in der Personalabteilung, weil neue Mitarbeiter gesucht werden müssen, was je nach Stelle auch ein extremer zeitlicher und finanzieller Aufwand bedeutet. Finanziell kann das sowieso sehr teuer werden, wenn eine Fach- oder Führungskraft kündigt und ersetzt werden muss, so können dies je nach Position und Branche 200.000 – 400.000 Euro an Kosten sein um einen Mitarbeiter zu ersetzen.

Betriebsklima vs. Prozessoptimierung – Eine Korrelation besteht!

Ich bin mir sicher, dass die Erfolge mit den Mitarbeitern und dem Betriebsklima stehen und fallen werden, aus den oben genannten Gründen, denn ohne Know-how, Ideenreichtum und Antrieb, lässt sich kein Unternehmen langfristig am Leben erhalten. Im Silicon Valley hat man dies zum Großteil erkannt und weiß, dass es ein Geben und Nehmen ist, wenn ich mehr gebe, bekomme ich auch mehr zurück.

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Wenn ich mit dem Auto Vollgas und volle Leistung fahre aber die Kraftstoffleitung zu dünn ist oder ich sie abklemme dann wird das Auto keine volle Leistung mehr bringen. Das gleiche bei den Mitarbeitern, hier gibt es eine einfache Regel, spare ich am Mitarbeiter so spart er an mir, dies dann mit weniger Motivation und Leistung und vielleicht sogar weniger Anwesenheitszeit. Im schlimmsten Fall kann ein schlechtes Betriebsklima sogar bis zu einer Insolvenz führen.

Vor einigen Jahren gab es ein Unternehmen das absolut stabil und gut war, dieses wurde dann verkauft und der neue Besitzer hat vieles umstrukturiert und die Mitarbeiter nicht mehr wirklich gut behandelt, es sind immer mehr und mehr Ingenieure davongelaufen.

Ein Großteil des Umsatzes haben nur zwei große Kunden ausgemacht also hat man die verbliebenen Ingenieure von den kleineren Kundenprojekten abgezogen um die großen Kunden nicht zu verlieren. Neue Ingenieure hat man so schnell keine bekommen und vor allem auch nicht so, dass sie sofort die Projekte hätten übernehmen können. Es sind also immer mehr und mehr Mitarbeiter gegangen, die kleinen Kunden hat man fallen lassen für die großen, aber die großen waren dann auch nicht mehr zufrieden da die Leistung nicht mehr gepasst und so sind dann diese ebenfalls abgesprungen.

Resultat, das Unternehmen hatte keine Kunden mehr und war insolvent. Es wurde geschafft, dass ein absolutes mittelständisches top Unternehmen innerhalb von 2 Jahren in die Insolvenz zu bringen nur weil man die Mitarbeiter vergrault und auch am falschen Ende gespart hat.

Betriebsklima verbessern: Investition auch ins Human Kapital zur Verbesserung der Geschäftsprozesse

Oft ist es genau so, dass Unternehmen die ein schlechtes Klima haben auch nicht viel fürs Personal tun, keine externen Coaches und Berater usw. haben da sie diese nicht brauchen. Unternehmen die gut laufen, eine hohe Mitarbeiterbindung und zufriedene Mitarbeiter haben, tun meist aber auch hier viel, haben Coaches, Berater usw., denn oft brauchen wir einfach jemanden von außen, der nicht Betriebsblind ist und uns auf die blinden Punkte aufmerksam macht die wir selbst intern nicht mehr sehen.

Denn bei einem Auto ist es gleich: Ein Auto, das gut in Schuss ist, wird in der Regel gepflegt mit regelmäßigen Werkstattbesuchen, waschen und pfleglichem Umgang. Dann gibt es die Autos, die zerkratzt und dreckig sind, nicht rund laufen und die nur dann eine Werkstatt sehen, wenn sie gar nicht mehr laufen. Welches Auto hätten Sie lieber?

Ein gutes Betriebsklima kostet Geld, Zeit, Arbeit und vor allem auch die Bereitschaft etwas zu verändern. Unter dem Strich würde ich sagen, dass man aber mehr rausbekommt als man reinsteckt. Ein schlechtes Betriebsklima kostet ein Vielfaches mehr bis hin zur Existenz des Unternehmens und aller Mitarbeiter. Deshalb ist es unerlässlich ein gutes Betriebsklima zu haben, wenn Sie optimale Prozesse wollen.

Zum Autor

Jochen Egloff ist Coach und Berater aus Leidenschaft. Mit seiner authentischen und energetischen Art schafft er es seine Kunde mitzureißen und hilft dabei Unternehmen interne Probleme zu erkennen und zu beseitigen.Jochen Egloff Coach & Berater

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